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Das Format des Menschen ist sein Kopf

Dietrich Bühler (Zyma 1991)

Jede Ähnlichkeit zur Wirklichkeit ist rein zufällig. auch der Vergleich zwischen der wirklichen Freiheit des Menschen und der Freiheit, die er in Wirklichkeit hat, ist ebenso rein zufällig. Als Marionetten sind wir aktuell und öffentlich begehrt, für Kitta-Kittel expressiver Bestandteil maskenhafter Köpfe und skuriller Verrenkungen, aber von dennoch ungeheurer Anziehungskraft. Ist es eine andere Qualität, daß das Monstöse unserer Manipulation, die uns zeichnet und verzeichnet, vom Künstler in einem Code von drei Zahlen "formatiert" und bezeichnet werden kann: Format, Zeit und Kennziffer. War nie mehr Format, wer immer den Rahmen steckt, Zeit deren Herren wir lange nicht mehr sind, eine Kennzahl, daß man unser Elend auch nicht verwechsle.

Des Menschen Kopf ist entmystifiziert, sein gepflegter Leib kaschiert die Beschädigung. Erfühle und sichtbare Reduktion der Wirrnisse in den Schädeln. Aus diesen Ruinen von Realien erwächst keine Utopie mehr. die Gegen-Utopie, die wir glauben zu leben, hat ihren Sinn im Realen ohne Sinn. Das Leben als Anti-Leben, seine Begierden grotesk und häßlich. Aber das Groteske in der Wahrnehmung der eigenen Situation ist prägnanter, wenn sich die Formen der Entfremdung zeigen, es löst Prozesse der Vertiefung aus, erscheint uns nie als bild der Einbildung, sondern als etwas Wirkliches.

Seine Difformität des Physischen Aussehens ist Ausdruck aktueller Vorstellung und Idee des Menschen. Entfremdung ist ihr Material, das Häßliche hat Charakter, das Groteske in seiner Schönheit ist Ausdruck des Widerstandes, ist Verneinung des Subjekts gegen das von außen Aufgezwungene, und dieses Subjekt hat zum Häßlichen das gleiche Verhältnis wie zum Herrlichen. Häßlichkeit ist eine Kategorie des Protestes, um der verzerrten Vielheit des Wirklichen einen Namen zu geben. Zwischen der Verneinung in der Zuordnung zum Schönen und der Bejahung des Lebens im Häßlichen steht bei ihr das Utopische und Ästhetische.

Im Utopiecharakter liegt der Kernsatz des Menschen: Wohin wollen wie entkommen? Mit Namen und Bezeichnungen, Interpretationen und Gleichnissen? Seine Konditionen sind die Konditionen des Ästhetischen, sein Credo ist nicht die Frage seiner Realisierbarkeit, der Sinn liegt nur in der Wahrnehmung, es ist Wunsch, Ideal, weder wahr noch unwahr, es ist, was sein könnte:

Jede Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit ist rein zufällig.


  Jörg von Kitta-Kittel  Falkstr.72  60486 Frankfurt am Main  Tel.:+49 (069) 777638    Email:von-kitta-kittel@arcor.de